Leica Q2
Sie hat nur ein Ziel: Das perfekte Bild.
Wenn man eine Leica das erste Mal in den Händen hält, sind das Gewicht und die Haptik die prominentesten Eindrücke. Aber die wahre Faszination entfaltet sich erst dann, wenn man mit ihr arbeitet. Sie ist diskret und leise, kompromisslos präzise und effizient wie kaum ein anderes fotografisches Werkzeug. Diese Qualitäten muss man im Grunde auch nicht beweisen. Dass wir uns hier ganz vorne an der Grenze des Machbaren – oder des Bezahlbaren – befinden, bezweifelt kein ernstzunehmender Fotograf. Aber was genau macht diese Qualitäten aus und was bewirken sie erkennbar auf dem fertigen Foto?
Beschränken wir uns dazu bei der Q2 einmal nur auf die optische Abbildungsqualität und lassen den elektronischen Schnickschnack samt Sensor unbeachtet, dann seien hier die meines Erachtens wichtigsten Merkmale genannt, an denen sich Objektive messen lassen müssen, sowie die Art von Aufnahmen, bei denen man selbige gut beurteilen kann:
Schärfe: Porträts (Augen), Architekturdetails, Landschaftsaufnahmen mit feinen Strukturen.
Auflösung: Makrofotografie (Blüten, Insekten), Landschaften mit vielen Details (Berge, Wälder), Reproduktionen von Kunstwerken.
Sphärische Aberration: Nachtfotografie (Lichtpunkte, Sterne), Motive mit Spitzlichtern, Porträts mit offener Blende.
Chromatische Aberration: Astrofotografie, Motive mit hohem Kontrast (Äste vor hellem Himmel), scharfkantige, glänzende Metall- oder Glasflächen.
Kontrastreichtum: Schwarz-Weiß-Fotografie, Herbstlandschaften, Motive mit feinen Tonwertabstufungen (z.B. Gesichter bei Porträts), Silhouetten.
Jetzt viel Spaß und bei Fragen fragen…
Für alle Bilder gilt: Leica Q2 | SUMMILUX 1:1.7/28 ASPH. | Aufnahme-Format DNG, nicht-proprietär (8368 x 5584)
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At Ngauruhoe – Schärfe
8368 x 4601 zugeschnitten (nur oben Himmel), untere Ecken sind Bildecken, bearbeitet
JPG, Qualität 100/100
Dateigröße 47 MB
1/80 Sek. bei f / 10
ISO 100
EV +/- 0
- Feine Strukturen über gesamten Schärfebereich
- Schärfe bis in die Ecken
- Auch sichtbar: keine chromatische Aberration am Übergang Berg/Himmel
Pão De Açúcar – Auflösung
7021 x 4435 zugeschnitten, bearbeitet
JPG, Qualität 100/100
Dateigröße 47 MB
1/320 Sek. bei f / 8
ISO 100
EV +/- 0
- Brillante Auflösung des Häusermeers und der Boote in der Bucht
- Verzerrungsfrei in den Randbereichen (keine sphärische Aberration)
- Hervorragende Auflösung der bewaldeten Gebiete im Schärfebereich
- Seile beider Gipfelbahnen auf den Zuckerhut sind sichtbar
Nach dem Eisregen – Chromatische Aberration
3248 x 2166 zugeschnitten, bearbeitet
JPG, Qualität 100/100
Dateigröße 6.5 MB
1/1250 Sek. bei f / 2.2
ISO 100
EV +/- 0
- Kontrastreiche Grenzflächen Äste/Himmel
- Kein Farbsaum bei fast geöffneter Blende
Marina Bay, Singapore – Sphärische Aberration
8329 x 2603 zugeschnitten, bearbeitet, keine Objektivkorrekturen (Farbe, Verzerrung)
JPG, Qualität 100/100
Dateigröße 17.4 MB
8368 x 5584 DNG, Download 86.8 MB
1/8 Sek. bei f / 1.7
ISO 100
EV +/- 0
- Extreme Randschärfe rechter und linker Rand
- Verzerrungsfrei bei vollständig geöffneter Blende
Tango – Kontrastumfang (weich)
3184 x 1744 zugeschnitten, bearbeitet, S/W
JPG, Qualität 100/100
Dateigröße 2.44 MB
1/100 Sek. bei f / 3.2
ISO 100
EV +/- 0
- Sehr kleiner Bildausschnitt
- Brillante Schärfe bei hohem Dynamikumfang (ganz weiß bis ganz schwarz)
- Sehr weiche Grauwertabstufung in den Hauttönen
- Volle Detailschärfe (Stirnfalten, Gesichtshaare, Muttermale, Sommersprossen)
Waldrand im Herbst – Kontrastumfang (hart)
8350 x 2610 zugeschnitten, bearbeitet, S/W
JPG, Qualität 100/100
Dateigröße 15.4 MB
1/80 Sek. bei f / 4
ISO 100
EV + 0.3
- Extrem hohe Anzahl von Grauwertstufen mit harten Kontrastübergängen
- Hohe Detailschärfe bleibt erhalten
Anmerkung zur Dynamik
Die Dynamik, auch Kontrastumfang genannt, beschreibt die Spanne zwischen den hellsten und dunkelsten Bildbereichen, die ein Medium – sei es Film oder digitaler Sensor – noch mit sichtbaren Details wiedergeben kann. Moderne digitale Sensoren bieten in der Praxis meist einen größeren nutzbaren Dynamikumfang als klassische Diafilme, während Farbnegativ- und Schwarzweiß-Negativfilme in vielen Situationen durchaus vergleichbare Ergebnisse liefern können.
In der Digitalfotografie entstehen Schwarzweiß-Kontraste in der Regel bei der Nachbearbeitung aus den im RAW-Format gespeicherten Farb- und Helligkeitsinformationen. Je differenzierter Farben und Helligkeitsstufen optisch vom Objektiv und elektronisch vom Sensor erfasst werden, desto feiner lassen sich Grauabstufungen im Schwarzweißbild darstellen. Die Tonwerttiefe des RAW-Files (meist 12–14 Bit bei modernen Sensoren) und das Signal-Rausch-Verhältnis begrenzen dabei die maximale Detailzeichnung. Die wahrgenommene Detailschärfe bleibt dabei erhalten, auch wenn Kontrastanpassungen den Eindruck von Schärfe leicht verändern können.
Schwarzweißbilder erlauben oft eine bessere Beurteilung des Kontrastumfangs, da die Farbe das Auge nicht mehr ablenkt. Früher war die Chemie der Silbergelatine-Filme ein limitierender Faktor für den Dynamikumfang, heute bestimmen vor allem die optische Leistung des Objektivs und die Grenzen unserer Wahrnehmung, wie viele Details wir in Lichtern und Schatten gleichzeitig erkennen können. Sensoren moderner Digitalkameras sind zwar technisch sehr leistungsfähig, aber sie stoßen nach wie vor an physikalische Grenzen wie Rauschen, ADC-Auflösung und Photonenbegrenzung.
Die künstlerische Kontrolle über den Bildkontrast liegt daher nun hauptsächlich im Können des Fotografen. Seit Ansel Adams mit seinem Zonensystem hat die gezielte Kontraststeuerung einen festen Platz in der Fotografie. Sie bleibt eines der zentralen Mittel, um Bildtiefe, Stimmung und Ausdruckskraft zu gestalten. Ein bewusst gestalteter Bildkontrast ist damit ein Schlüssel zu gelungenen Schwarzweißfotos.
