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Auszeit 2022 - Die Kaukasusreise

Teil 3: Georgien, Armenien und bis zur iranischen Grenze

9. Juli 2022 ÔÇô Verkehrskoller und ein Gl├Ąschen mit dem Polizeichef

Ich kann es vorwegnehmen, es wird ein Pflichtprogramm heute. Das letzte St├╝ck von S├╝mela bis zur georgischen Grenze ist h├Ąsslich. Die Schnellstra├če ist direkt an den Strand gebaut, der Strand ist kaum nutzbar, meistenteils nicht einmal erreichbar. Rechts und links Gewerbe und Kleinindustrie und auf dem Highway selbst Lastwagenstau in Richtung Georgien und Russland. Bereits drei├čig Kilometer vor der Grenze beginnen die ersten Schlangen von Lastwagen, die auf ihre Zollpapiere und die Abfertigung am Stra├čenrand warten. Und Schlange hei├čt hier 10 bis 15 Kilometer. So geht das bis zur Grenze. Die Fahrer grillen, liegen in der Sonne oder reparieren ihre Trucks. Auch ich konnte meine Reifendruckkontrolle durch einen kleinen Trick an der Tankstelle reparieren, prima, jetzt blinkt nix mehr im Display.

Augen zu und durch. Der Grenz├╝bertritt hat eine knappe Stunde gedauert, die Beamten sind hier reichlich genervt und unfreundlich. Macht mir den Stempel in den Passport und geht mir nicht auf die Nerven! Noch Kfz Versicherung kaufen, paar Euros tauschen und dann rutscht mir alle den Buckel runter. Nix wie weg!

Der Verkehr in Georgien ist abenteuerlich, die Stra├čen noch abenteuerlicher! So wie die hier fahren h├Ąngen die nicht an ihrem Leben und die Autos sind eh h├Ąufig Schrott, da k├Ânnen die Schlagl├Âcher auch so bleiben. Die Stra├čen werden hier nur ├╝berasphaltiert und die Gullideckel bleiben auf dem Ursprungsniveau, das sind keine Schlagl├Âcher mehr, das sind Kaninchenfallen!

Ihr merkt schon, ich bin ziemlich genervt und da ich jetzt zu allem ├ťberfluss auch noch in die Rush Hour in Batumi komme und mein ├ľl kocht und die Autobahn unterbrochen ist und durch die Stadt geleitet wird, habe ich nur ein Ziel: Nix wie weg hier. Ich will in den Kaukasus!

Nach langen Stra├čen und konzentrierter Fahrt erreiche ich am Abend Abascha. Ich brauche nur ein Hotel zum Schlafen und ein H├Ąppchen, mehr nicht. Einchecken im Hotel Nike, ein Stra├čenrandhotel mit dem Charme aus russischen Zeiten. Egal. Die alte Frau ist nett und ich habe eine Unterkunft f├╝r die Nacht.

Aber dann wird es doch noch ereignisreich.

Ich suche ein Restaurant f├╝rÔÇśs Abendbrot. Dort steht ein Schild ÔÇ×RestaurantÔÇť und an der T├╝r steht ÔÇ×OpenÔÇť. Das sind zwei notwendige und hinreichende Kriterien. Aber mich erwartet kein Restaurant, sondern ich platze in den Geburtstag von Aleksandre hinein. ÔÇ×Nimm Platz und sei unser Gast!ÔÇť. Die Tafel ist reich gedeckt und ich werde verw├Âhnt mit exzellenten georgischen Spezialit├Ąten, deren Namen ich weder sprechen, schreiben noch behalten kann. Wir trinken auf Frieden, V├Âlkerfreundschaft, Freiheit und Unabh├Ąngigkeit. Immer volle Gl├Ąser, immer auf ex. Es ist pathetisch und kommt von Herzen. Was sind das f├╝r leidenschaftliche Menschen. Ich bin beeindruckt.

Am Hotel wartet die Polizei auf mich und bittet mich, mein Motorrad in der Polizeistation zu parken. Das ist ein ernstzunehmender Hinweis. Ich erw├Ąhne, dass ich schon ziemlich abgef├╝llt bin. Das wird l├Ąchelnd abgewunken: ÔÇ×No problem!ÔÇť Also hinter den Ordnungsh├╝tern mit Blaulicht her und Moped in der Polizeistation geparkt. Der Polizeichef war zuf├Ąllig anwesend und hatte schon seinen Sohn als Dolmetscher auf dem Handy und bittet mich auf ein Glas ins B├╝ro. Da kann ich nicht nein sagen. Wir plaudern ├╝ber Familie und die Welt und er schenkt mir als Welcome georgische Spezialit├Ąten. Zwei selbstgemachte W├╝rste und einen Schokoladenlik├Âr. Ich habe mich noch nie in einem Land so willkommen gehei├čen gef├╝hlt wie hier. Unfassbar!

Nochmal Blaulichtshuttle zum Hotel und dann zwecks Ausn├╝chterung schnell ins Bett. Es war ein langer, anstrengender Tag.

10. Juli 2022 ÔÇô Endlich Kaukasus. Wow!

Ich brauche ein paar Tage Ruhe und m├Âchte diese gerne in den Bergen im Kaukasus verbringen. Nichts wie weg aus dem Kaff hier. Moped bei der Polizei abholen. Leise davonschleichen sonst wird wieder gesoffen. Packen und dann schnell auf den Weg nach Mestia. Auch ohne GPS ist die Strecke ganz gut zu finden, nach etwa einer Stunde wird es gebirgiger, der Verkehr l├Ąsst nach und es geht aufw├Ąrts. Immer weiter. Die ersten Gipfel lassen sich sehen, die Fahrt macht jetzt richtig Spa├č. An einem Aussichtspunkt halte ich an, dort steht schon ein Motorrad aus Freudenstadt. Es geh├Ârt Heinrich und wir quatschen etwas. Kurz darauf h├Ąlt ein weiterer Biker, es ist Pavol. Was f├╝r eine Freude. Alle wollen nach Mestia und heute Abend trinken wir ein Bierchen zusammen. Dann fahren wir weiter, jeder in seiner Geschwindigkeit, so dass wir uns unterwegs verlieren, aber in Mestia werden wir uns zwangsl├Ąufig wiedertreffen.

Die Strecke ist faszinierend, immer neue T├Ąler und immer neue Gipfel die sich f├╝r kurze Zeit zeigen und dann wieder verschwinden. Hinter jeder Kurve eine neue Sicht und die Stra├če geht einigerma├čen, so dass ich gut vorankomme. Foto hier, Pause und Panoramakino dort, ├╝berall flie├čt Wasser aus den Bergen herab, so habe ich mir das vorgestellt.

Am Nachmittag erreiche ich Mestia, ein h├╝bsches Touridorf mit viel Kultur und ├Âffentlichem Leben. ├ťberall stehen die typischen alten kaukasischen Wehrt├╝rme, die zur Verteidigung der bewohnenden Familien dienten. Im Hintergrund ruht imposant der Berg Gistola mit ├╝ber 4800 Metern H├Âhe und die Sonne scheint. Herrlich. Ich setze mich in ein Caf├ę mit Wifi und suche mir ein Hotel. Mit Balkon und Aussicht am ruhigen Dorfrand. Klappt! Der Laden ist zwar ausgestorben, aber was sollÔÇÖs. Ich mache mich zivilisationstauglich und Pavol und ich treffen uns am Dorfplatz im Restaurant. Heinrich kam nicht mehr dazu, daf├╝r ein anderer Deutscher, der gerade aus dem Iran heraufgekommen ist. Das war eine herbe Entt├Ąuschung f├╝r mich, zu erfahren, dass die Grenzen zum Iran doch ge├Âffnet sind. Die Informationen, die ich vom Ausw├Ąrtigen Amt und der Iranischen Botschaft in Berlin hatte, waren, dass die Landgrenzen wegen Corona f├╝r den Privatverkehr weiterhin geschlossen sind. Stimmte nicht! Ich habe es nat├╝rlich sofort durchgerechnet, es ist abgesehen von den erh├Âhten Kosten leider ein ziemlicher Organisationsaufwand, alle Papiere und Dokumente inklusive CDP jetzt zu besorgen, um doch noch in den Iran einreisen zu k├Ânnen. Die Zeit w├╝rde mir davonlaufen und bis ins Landesinnere ist es nicht zu schaffen. Ich bin etwas frustriert und ├Ąrgere mich ├╝ber mich selbst, dass ich trotz der offiziellen Ausk├╝nfte nicht hartn├Ąckiger nachgeforscht habe. Damit muss ich jetzt leben. Wer wei├č, ob ich hier noch einmal mit dem Motorrad hinkomme.

Es beginnt heftig zu regnen, das Filmfestival auf dem Dorfplatz wird abgebrochen und meine Regenjacke liegt unbenutzt im Hotel. Dann wird der Abend halt l├Ąnger, zu erz├Ąhlen haben wir genug, bis der Regen aufh├Ârt. Sp├Ąt nutzen wir ein trockenes Zeitfenster um zu unseren Hotels zu kommen. Gute Nacht, gute Reise und vielleicht treffen wir uns ja unterwegs noch einmal wieder.

11. Juli 2022 ÔÇô Unterwegs nach Stepanzminda

Was gestern noch so sch├Ân aussah ist heute Mist. Netz funktioniert nicht, also kann ich hier nicht schreiben oder planen. Hotel leer, Fr├╝hst├╝ck gibtÔÇÖs also nicht. Ein paar trockene Kuchen stehen im Fr├╝hst├╝cksraum rum, die standen gestern schon da. Ein Glas l├Âslicher Kaffee, aber keine Tassen. F├╝r den Preis? No! Auschecken! In dem Laden werde ich depressiv!

Ich fahre nicht wie Pavol weiter nach Ushguli, mit vollem Gep├Ąck und meinen Kompromissreifen ist mir das zu riskant. Ich m├╝sste au├čerdem alleine zur├╝ck, denn die Ostroute nach Kutaissi geht f├╝r mich nicht. Achtzig Kilometer Off-road ist mir dann doch eine Nummer zu heftig. Also hei├čt mein n├Ąchstes Ziel Stepanzminda. Das ist zwar Kilometerfresserei, aber da muss ich heute durch.

Es ist eine sch├Âne Fahrt zur├╝ck aus den Bergen und unten f├Ąngt es jetzt richtig an zu sch├╝tten. Kurze Pause an einer trockenen Bushaltestelle, dann muss doch die Regenpelle raus. Igitt! Das Wetter ├Ąndert sich nicht bis Tblissi, die Stra├čen und Landschaften geben (bei dem Wetter) wenig her. Also kann es nur hei├čen, soweit wie m├Âglich zu kommen. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit bin ich schon auf der Georgischen Heerstra├če, etwa 100 Kilometer vor Stepanzminda. Hier ist Lastwagenrallye nach Russland. Voll, laut, Dreck ohne Ende und gef├Ąhrliche ├ťberholman├Âver wo es eben geht. Die knallen mit ├╝ber hundert Klamotten die Berge runter und haben eiernde R├Ąder. Kein Witz! Nicht eine der ganzen Schrottkarren hier w├╝rde auch nur im Ansatz irgendwelche mitteleurop├Ąischen Sicherheitspr├╝fungen bestehen. Mindestens die H├Ąlfte der Laster hier sind ausgemusterte deutsche Fahrzeuge, jetzt mit georgischen, t├╝rkischen oder russischen Kennzeichen.

Ich bin platt und nehme das n├Ąchst beste Hotel am Stra├čenrand. Es gibt gutes Essen, die Leute sind sehr nett und das Bett ist himmlisch. Gute Nacht.

12. Juli 2022 ÔÇôStepanzminda und der Kasbek bleibt verh├╝llt

Die restlichen 80 Kilometer nach Stepanzminda sind ganz beschaulich, wenn auch nicht so ├╝berw├Ąltigend wie nach Swanetien. Unterwegs mache ich einen kleinen Stopp, um mit der Seilbahn auf den Sadzelepass zu fahren. Der Wind weht heftig und die Aussicht auf die umliegenden Gipfel ist toll. Ich merke die d├╝nne Luft sehr deutlich, immerhin ist das hier um die 3000 m hoch. Wieder unten mache ich mich auf die letzten Kilometer, die LKW Schlangen setzen sich weiter fort. Kein Wunder in der faktischen russischen Diktatur, wenn man keine vern├╝nftigen Handelsabkommen und Transportabwicklungsprozesse hat.

Mein kleines Guest House liegt auf der Westseite des Tals, also der Seite der Morgensonne. Sehr nett empf├Ąngt mich die Besitzerin, das Zimmer ist h├╝bsch mit sch├Âner Aussicht und zur Begr├╝├čung bekomme ich erst einmal hausgemachte Chinkali, das sind sehr leckere gef├╝llte Teigtaschen. Sie sind traditionell an der Seidenstra├če verbreitet, im Himalaya hei├čen sie dann Momos.

Heute passiert nichts mehr, ich richte mich gem├╝tlich ein und schaue immer wieder hinauf zum verh├╝llten Kasbek und der Dreifaltigkeitskirche. Fr├╝h gehtÔÇÖs ins Bett, ich habe etwas Schlaf nachzuholen.

13. Juli 2022 ÔÇô Stepanzminda, kleiner Wandertag

Es sollen Tage der Ruhe und des Ausgleichs werden, was bedingt geklappt hat. Die Landschaft ist wundersch├Ân, der Kasbek ist mehr als imposant. Heute mache ich mich auf, die Dreifaltigkeitskirche zu besuchen. Ich kann von meinem Guest House aus losgehen, es dauert circa anderthalb Stunden, dann erreiche ich die kleine Kirche auf dem gr├╝nen Gipfel. Der Weg ist etwas anstrengend, aber ganz sch├Ân. Es sind wenige Menschen unterwegs und die kleine aber wundersch├Âne Gergetier Dreifaltigkeitskirche ist ein Kleinod. Im Innenraum, in dem das Fotografieren verboten ist, sind dicht an dicht Bilder von Heiligen aufgeh├Ąngt, deren Namen ich aber nicht lesen kann. Alle Texte sind ausnahmslos in Mchedruli oder Assomtawruli. Dennoch wirken die gro├čen Portr├Ąts der Heiligen auch ohne das Wissen um ihre Namen sehr eindrucksvoll. Viele der Besucher beten hier vor ausgew├Ąhlten Bildern und ber├╝hren danach jeden Bilderrahmen mit der Hand oder k├╝ssen die Glasscheibe. Sehr bewegend zu sehen mit welch tiefer Verbundenheit zu den Heiligen und mit welcher Ehrfurcht die Menschen ihren Glauben leben. Ich kann nur die Ruhe in der Kirche genie├čen und den Duft der vielen Bienenwachskerzen, die von den Besuchern mit einem Wunsch verbunden hier gegen einen kleinen Obolus angez├╝ndet werden.

Der gro├če Kasbek hat immer noch seine Wolkenm├╝tze auf als ich den R├╝ckweg antrete. Ich g├Ânne mir ein kleines Nachmittagsschl├Ąfchen bevor ich hinunter ins Tal laufe zum Abendbrot.

14. Juli 2022 ÔÇô Stepanzminda, heute nix, nicht einmal ein Foto

Irgendwie bin ich ganz sch├Ân platt, ich bin jetzt ziemlich genau zwei Monate unterwegs und die Hitze der letzten vier Wochen war schon kr├Ąftezehrend. Hier in den Bergen sind die Temperaturen niedriger und die N├Ąchte sind k├╝hl, so dass ich gut schlafen kann. Und genau darauf freue ich mich. Das Fr├╝hst├╝ck ist um neun Uhr, eine komfortable Uhrzeit, da kann ich ausschlafen.

Das erste, was ich mache nach dem Aufstehen, ist einen Blick aus dem Fenster werfen, und zwar aus dem nach Westen, von wo aus ich den gro├čen Kasbek sehen kann. Oder besser sehen k├Ânnte, w├Ąre sein Gipfel nicht st├Ąndig von einer Wolke verh├╝llt. Auch heute ist es unver├Ąndert. Nichts zu machen. Schlie├člich m├Âchte ich sehen, wo einst der gute Prometheus gefesselt war und wo ihm ein Adler t├Ąglich ein St├╝ck seiner Leber herausriss. Nur weil er uns Menschen und Zeus zum Trotz dankenswerterweise das Feuer geschenkt hat, musste er diese G├Âtterfolter erleiden. Bis, ja bis der tapfere Herakles den Titanen von seinen Qualen erl├Âste. Was f├╝r eine Geschichte.

Den Rest des Tages mache ich es mir gem├╝tlich, in dem winzigen Kiosk an der Ecke g├Ânne ich mir ein St├╝ckchen Kuchen und hole Schreibr├╝ckst├Ąnde auf. Ein Nickerchen am Nachmittag, damit die Konzentration erhalten bleibt und abends ein Spaziergang ins Tal zum einzigen Restaurant auf der Westseite von Stepanzminda. Den steilen Weg nach Hause lege ich bereits im Dunkeln zur├╝ck, die Luft ist ziemlich frisch, wie gut, dass ich einen warmen Fleece dabei habe.

Nein, es gibt kein einziges Foto heute. Morgen wieder.

15. Juli 2022 ÔÇô Der Kasbek zeigt sich und buntes Tblissi

Heute ist es dann doch soweit, der Blick aus dem Zimmerfenster pr├Ąsentiert mir den Kasbek wolkenfrei. Was f├╝r ein Koloss von erloschenem Vulkan. Ich bin beeindruckt! Und was f├╝r ein toller Start in den Tag. Fr├╝hst├╝ck und Bienchen ist schnell gesattelt, dann gehtÔÇÖs auf in die Hauptstadt Georgiens.

Von Stepanzminda nach Tblissi sind es zwei Stunden, ich muss noch einen Abstecher ins Autoviertel machen, eine Scheinwerferbirne ist mir durchgebrannt. Navi habe ich nicht f├╝r Georgien, also Strecke genau einpr├Ągen und ab und zu anhalten und pr├╝fen. Leider fuhr ich hundert Meter zu weit und verpasste den Ersatzteileh├Ąndler. Dann war wieder Murphy an der Reihe. Unmittelbar hinter mir fiel ganz langsam ein gro├čer Baum um. Die Polizei sperrte die Hauptstra├če komplett und ich musste auf Umwegen zur├╝ck. Das in Tblissi, in diesem elend unorganisierten Chaos bei 37┬░C ÔÇô och nee, muss das denn sein? Am Ende wurde alles gut, ich hatte meine Ersatzbirnen, war v├Âllig durchgeschwitzt vom Stop and Go und auf dem Weg ins Hotel. Das war Gott sei Dank sehr einfach zu finden, allerdings ├╝ber atemberaubend steile Gassen in der Altstadt. Die Frau an Rezeption des Hostels war v├Âllig verpeilt, vielleicht lag das an meinem rassigen Bikergeruch oder sie war neu in dem Laden. Letzteres stellte sich dann sp├Ąter als die wahre Ursache heraus. Jedenfalls dauerte es ewig bis ich ins Zimmer konnte und unter die ersehnte Dusche. Furchtbar! Das ist so, als ob ein richtiger Kerl ÔÇô sagen wir mal ein Motorradfahrer ÔÇô so richtig Durst hat und der Zapfhahn klemmt...

Bin jetzt stadtfein und auf ins Get├╝mmel. Zielloser Rundgang durch die Altstadt und den Meidan Bazaar (mit aa ist richtig). Hier ist ein Laden neben dem anderen, Musik von allen Seiten, bunt und sehr einladend. In den Stra├čen werden Eiscreme, Saft und Obst in Bechern verkauft, an der Ecke grillt jemand irgendwelche Spie├če, vor der Sioni Kathedrale sitzen Frauen und besticken Souvenirs. Alles ist in Bewegung und voller Leben. Ich lasse mich treiben und lande in irgendeiner netten Bar und jetzt bekommt der Motorradfahrer endlich sein verdientes, k├╝hles Bier. Ein Bildungsbier! Auf den Gl├Ąsern gibt es n├Ąmlich eine pr├Ązise Unterweisung zum Brauprozess. Lecker. Und wer es nicht versteht, muss eben noch ein Bier trinken...

Am Abend bin ich dann ein letztes Mal mit Pavol verabredet, dann werden sich unsere Wege trennen, Pavol muss Richtung Heimat. Ich darf weiterfahren. Wir suchen uns ein sch├Ânes Restaurant, nat├╝rlich drau├čen, nat├╝rlich mit georgischer Live Musik, wobei sich das ÔÇ×georgischÔÇť aber nur auf Frisur und Rasur der beiden Gitarristen bezieht, die Musik ist popul├Ąre spanische Gipsy-Musik. Auch sch├Ân!

Das Essen ist exzellent, wir unterhalten uns sehr angeregt bis Mitternacht und dann verabschieden wir uns. Safe Travels und noch eine sch├Âne Reise und bleib gesund!

Im Supermarkt decke ich mich mit alkoholfreien Fl├╝ssigkeiten f├╝r die Nacht ein, meine Dachkammer ist hei├č und im Hotel gibtÔÇÖs nichts. Gute Nacht

16. Juli 2022 - Tblissi, Kampf gegen ein Verm├Ąchtnis und Stalins Wein

Guten Morgen, Tblissi! Ich bin v├Âllig weichgekocht von der Nacht, der Fan hatte Nachtschicht ohne positiven Effekt und drau├čen wartet eine aufregende Stadt auf mich. Fr├╝hst├╝ck gibtÔÇÖs in dem Laden hier nicht, also die steifen Knochen erst einmal hei├č weichduschen und dann hinein ins Get├╝mmel. Wie immer in ÔÇ×neuenÔÇť St├Ądten lasse ich mich treiben von Highlight zu Highlight. Friedensbr├╝cke, Kulturzentrum, Regierungspalast, der sehr an den Reichstag in Berlin erinnert und das Zentrum f├╝r den ├ľffentlichen Dienst, nennen wir es einfach mal liebevoll die Regenschirmbeh├Ârde. Kathedralen, Seilbahn, Altstadt und der schiefe Glockenturm, den ich h├Âchst am├╝sant und ├Ąu├čerst geistreich finde, insbesondere in seinen Details! Die gewagte Architektur in dieser Stadt ist ein Niederringen der sozialistischen Brutalit├Ąt von Stadtgestaltung und ein verzweifelter Versuch, den Weg unumkehrbar zu machen in die betonierte und seelenlose Vergangenheit eines ├╝berlebten politischen Systems. Den strategischen Erfolg usque hodie mag jeder selbst beurteilen, bekanntlich wird ja jede neue Idee bel├Ąchelt ÔÇô bis sie Erfolg hat! Ich w├╝nsche es den Georgiern von Herzen!

So verbringe ich den Tag, auch wenn ich weniger ÔÇ×schaffeÔÇť als ich mir vorgenommen habe, denn die Hitze ist tats├Ąchlich zerm├╝rbend und ich ziehe bel├╝ftete, schattige Sitzpl├Ątze in den zahlreichen Bars und Caf├ęs vor und lasse einfach die Menschen an mir vorbeiziehen und das Treiben auf mich wirken. Und ÔÇô wen wundertÔÇÖs ÔÇô ist auch hier die Gr├Ątsche sehr weit. Einerseits die luxuss├╝chtigen, vornehmlich jungen Menschen, die in Ihrer offensichtlichen Einf├Ąltigkeit den Konsum und das Lifestyle zum Lebensinhalt gemacht haben. Mit gesch├Ątzt zwanzig Lenzen in der Vita sitzen urspr├╝nglich gut aussehende Frauen in der ersten Reihe der repr├Ąsentativsten Lokale und lutschen mit ihren irreversibel verunstalteten Botox-Lippen an bunten Hookahs. Seht es mir nach, ich muss vom gepflegten Stil abweichen, ich k├Ânnte heulen und kotzen gleichzeitig! Eine Sch├Ąndung der Sch├Âpfung.

Andererseits gibt es die un├╝bersehbare Kreativit├Ąt mit der Intention, neue (Aus)wege zu finden. Mut zu Experimenten in allen Kulturbereichen, sei es Musik, Kunst, Architektur oder Kulinarik. Die gute, pr├Ąsowjetische Geschichte wir dabei nie vergessen und immer ist dieser Optimismus zu sp├╝ren, aus den massiven, vorhandenen Altlasten, das Beste zu machen. Ich kann nur meinen Hut ziehen, vor soviel Engagement und Ver├Ąnderungswillen. Diesen Tagesablauf k├Ânnte man zur Vertiefung beliebig oft wiederholen, ohne dass es eint├Ânig w├╝rde. So vergeht der zu kurze Tag und endet mit einem bescheidenen, wunderbaren georgischen Dinner. So zumindest dachte ich mir das.

Aber da war dann noch dieser kleine Weinladen auf dem Heimweg. Stra├čenmusik geh├Ârt hier ganz selbstverst├Ąndlich zum abendlichen Stra├čenprogramm, bei uns in Mittelauropa ein weitgehend ausgestorbener Kulturbestandteil. Eine Frau mit Gitarre sitzt vor der T├╝r der Vinothek und zupft und singt melancholische Lieder. Offensichtlich georgisch, obwohl es mich mehr an den portugiesischen Fadu erinnert, aber was macht das schon. Leidenschaft ist Leidenschaft. Ich bestelle mir ein Glas Wein, lausche einfach und lasse mich von den tragischen Melodien verzaubern. Marko, ein junger Slowake, setzt sich zu mir und wir beginnen zu plaudern. Die Meinungen sind kongruent ÔÇô was auch sonst ÔÇô und die Zeit vergeht unmerklich. Diverse skurrile Gestalten tauchen auf und verschwinden wieder, es wird gegrillt und die Spie├čchen werden verschenkt, die Rollen und das Spiel sind f├╝r uns nicht durchschaubar. Es gef├Ąllt uns. Nachdem ich einen angemessenen Obolus in den Hut geworfen hatte, fragt mich die Musikerin nun st├Ąndig nach meinen Pr├Ąferenzen. Portugu├¬s? Espa├▒ol? Fran├žais? Georgian? Ist mir egal, das ist eh nicht unterscheidbar, aber immer sch├Ân! M├Âge sie einfach singen und spielen, es gef├Ąllt mir.

Und dann kommt wieder dieser Moment, in dem jemand ÔÇ×Heil HitlerÔÇť ruft. Nur nicht ÔÇ×HitlerÔÇť, sondern in diesem Falle ÔÇ×StalinÔÇť. Ein unauff├Ąlliger, aber grober, kleiner Mann holt aus dem Weinladen eine Flasche ÔÇ×Stalin-WeinÔÇť, mit Konterfeit und Lebensdaten des Diktators auf dem Etikett und schenkt sie mir. Stalin ist bekanntlich georgischer Herkunft und unter der Verblendung des Lokalpatriotismus wird ein totalit├Ąrer Diktator, der Millionen Menschenleben auf dem Gewissen hat, zum Markenbotschafter eines durchschnittlichen alkoholischen Getr├Ąnkes und lebt so in den schlichten Hirnen schlichter Menschen weiter. Wie bedauerlich. Damit endet der Abend auch abrupt, die Frau an der Gitarre entschuldigt sich f├╝r das grobe Verhalten der M├Ąnner, denn der Wein soll pl├Âtzlich bezahlt werden und es entsteht Streit. Nix wie weg, schade!

Marko und ich leeren die Stalin-Flasche noch auf der Dachterrasse des Hostels, zugegeben, schlecht war er nicht, aber der Beigeschmack war unsch├Ân... Mit diesem Widerspruch w├╝nsche ich eine Gute Nacht!

17. Juli 2022 ÔÇô Sighnaghi, leider nur Fusel in der Wiege des Weins

Die Wiege des Weins und die Stadt der Liebe, weil man hier 24/7 heiraten kann, wegen der sch├Ânen Kulisse. Auf den letzten Ausl├Ąufern des Kaukasus in der Tiefebene von Kachetien thront das kleine St├Ądtchen Sighnaghi. Umgeben von einer sehr gut erhaltenen Stadtmauer und gleich mit mehreren Kirchen ausgestattet, ist hier angeblich die Wiege des Weins. Seit Urzeiten werden an diesem Ort Weintrauben in im Boden versenkten Tongef├Ą├čen zu Wein vergoren. Viel mehr ist hier nicht los.

Trotz der gro├čen Auswahl an Unterk├╝nften, ist es nicht einfach, etwas Nettes zu finden. Das favorisierte Hotel mit Pool und Aussicht hatte sich schnell erledigt, die Besitzerin hat einfach keine Lust zu arbeiten. Ich werde von oben bis unten gemustert ÔÇô ok, Biker sehen nach neun Wochen nicht mehr wirklich gepflegt aus, wenn sie vom Bock steigen - aber diese verw├Âhnte Lustlosigkeit und der strategische Aufruf von unversch├Ąmten Zimmerpreisen verderben jeden Spa├č. Ich bekomme das auch anders hin! Schlie├člich habe ich ein Hotel mit Pool gefunden, hach, tut das gut ein paar Bahnen zu ziehen. Und das frische Bier wird am Pool serviert.

Sp├Ąter noch ein kleiner Spaziergang durch das historische Dorf, nun ja, es ist erwartungsgem├Ą├č recht touristisch, aber es gef├Ąllt mir und die Menschen sind unglaublich freundlich hier. Auf Nachfrage darf ich sogar Fotos machen. ├ťberall wird Weinverkostung angeboten, aber da es schon sp├Ąter Nachmittag ist, ziehe ich es vor, mir lieber einen guten Tropfen zum Essen zu bestellen. Dabei bin ich allerdings etwas irritiert, denn in der Speisekarte sind die Weine nur mit Literpreisen angegeben. Zehn Lari f├╝r einen Liter, das sind gerade mal 3,30 Euro. Verd├Ąchtig! Ich bestelle den teuersten, probieren wir es erst einmal mit einem Glas. Kluge Entscheidung! Das Glas war randvoll und lauwarm und das bei einem leicht s├╝├člichen Wei├čwein. Schmeckte etwas spritig und ungest├╝m. Zusammenfassend: ├ľnologie, Pr├Ąparatives Praktikum, zweites Semester. B├Ąh! Nein, nein, das Restaurant war schon eines der besten am Ort. SeiÔÇÖs drum.

Den Absacker g├Ânne ich mir in einer wunderbaren Bar mit einer herzlichen Bedienung, der nette Boy war hin und weg, als ich von meiner Berliner Zeit berichtete. Was f├╝r ein sch├Âner Abschluss des langen Tages. Herrlich!

18. Juli 2022 ÔÇô Einreise Armenien und eine lange Fahrt nach Martuni

Heute erreiche ich Armenien, ein neues Land, ├╝ber das ich ehrlich gesagt gar nicht soviel wei├č. Es ist die letzte Etappe vor dem Iran, in den ich leider nicht einreisen kann, da meine Informationen falsch waren und ich nicht alle notwendigen Papiere zusammen habe. Sehr bedauerlich, aber machen wir das Beste draus. Der Grenz├╝bergang ist ganz geschmeidig, die Beamten sind sehr freundlich, allerdings mit der Verzollung meines Motorrades sehr b├╝rokratisch und kompliziert. Ein heiteres Gestempel und Getackere, am Ende unterschreibe ich etwas Unlesbares und werde mit dem Wort ÔÇ×FinishÔÇť verabschiedet. Wenigstens muss ich nichts bezahlen, dazu habe ich n├Ąmlich auch schon andere Geschichten geh├Ârt. Flott noch das Moped bei den Wegelagerern hinter der Grenze versichern, ich zahle in gemischten W├Ąhrungen und werde so meine monet├Ąren Restbest├Ąnde los. Es reicht aber nicht und der Agent meint, es sei schon in Ordnung und erl├Ąsst mir glatte 10% des Versicherungsbetrages. Das l├Ąsst R├╝ckschl├╝sse auf die Marge zu. Wieder dreimal was Unlesbares unterschreiben und weg bin ich.

 

Das Ziel ist heute die Stadt Sewan am Sewansee. Es soll sehr sch├Ân sein dort, sch├Âne Landschaft und schwimmen kann man auch. So jedenfalls best├Ątigten das einige Georgier, wenn ich davon erz├Ąhlte. Machen wir es kurz: Grausam! Der Ort Sewan ist ein Konglomerat von riesigen Industrieruinen, v├Âllig kaputten Stra├čen und nagelneuen Stra├čen in Neubauvierteln, in denen keine Menschen sind. Betonbunker werden bezugsfertig in die Au├čenbezirke gegossen, ein riesiges Hotelgerippe steht wie ein Wahrzeichen auf einer Anh├Âhe. Viel zu nah ist die Schnellstra├če am Strand, als dass man hier eine erholsame geschweige denn eine gem├╝tliche Bleibe finden k├Ânnte. Heruntergekommene Strandbars mit vielversprechenden Beinamen wie Paradies oder Heaven wechseln sich ab mit quietschbunten Strandbedarf-Shops, in denen es nur Plastikm├╝ll gibt, der ohnehin nicht l├Ąnger als einen Kurzurlaub halten d├╝rfte. Au Weia! Wohin jetzt? Denn diesen Frust tue ich mir nicht an, hier zu ├╝bernachten. Da bleibt nur, einfach weiterzufahren bis zum n├Ąchsten Durchgangshotel. Trotz der sch├Ânen Strecke, die sich die ganze Zeit am Seeufer entlangwindet, bin ich etwas besorgt, was meine Unterkunft angeht. Es ist schon sp├Ąt, in zwei Stunden geht die Sonne unter und ich bin in der Ein├Âde. Viele Hinweisschilder auf Hotels oder Campingpl├Ątze sind Relikte aus besseren Zeiten und f├╝hren ins Leere oder zu Ruinen. Erst siebzig Kilometer weiter, in Martuni am s├╝dlichen Ende des Sewansees finde ich mit M├╝he ein Hotel. Ein einziges. Alle anderen kartierten Unterk├╝nfte stehen leer oder existieren nicht mehr. Was sollÔÇÖs, das Zimmer ist sehr gut und ein Restaurant gibt es auch, wenn auch etwas befremdlich, dass jede G├Ąstegesellschaft ein eigenes Esszimmer bekommt. Das kenne ich so nur aus dem Oman und finde das mehr als einsam, alleine bei geschlossener T├╝r zu speisen.

Das warÔÇÖs auch schon f├╝r heute, einige sch├Âne Streckenabschnitte habe ich in meinem kleinen Kurzfilmchen gezeigt, das ihr auf Youtube unter ÔÇ×freibildzoneÔÇť findet. Morgen gehtÔÇÖs weiter und ich bin voller Zuversicht, dass es wieder toll wird.

19. Juli 2022 ÔÇô Alles wird besser, es geht nach Meghri

Nachdem es gestern eher wie ein Pflichtprogramm war, sollte es heute eine zwar lange, aber sehr sch├Âne Tour werden. Die ersten Kilometer sind etwas beunruhigend, da die Stra├čen eine Katastrophe sind. V├Âllig zerst├Ârte Bel├Ąge, Dreck, Staub, Schlagl├Âcher, Schotter, Sand und mittendrin Speed Bumps. Wozu man die bei diesen Stra├čen noch braucht ist mir ein R├Ątsel. Au├čerhalb der D├Ârfer ist es nicht viel besser, sollte sich das nicht bessern, werde ich drei Tage nach Meghri brauchen. Doch es bessert sich sp├╝rbar, als ich auf die Verbindungsstra├če Yerevan-Meghri einbiege. Die Landschaft bis hierher war atemberaubend sch├Ân. Diese unendlichen, baumlosen Hochlandsteppen mit ihren ├╝ppigen Blumenwiesen und der seicht geschwungenen Topografie sind eine Augenweide. Immer wieder werden sie unterbrochen durch Felsenstrukturen, die von steinigen Ansammlungen bis zu tiefen Canyons reichen. Und mittendrin die Stra├če, die sich diesem Relief unterwerfen muss. Lange und kurvenreiche Serpentinen klettern zu den P├Ąssen hinauf und an der anderen Seite wieder hinunter. Die tiefste Schlucht, die es zu ├╝berwinden gilt, ist die beim Kloster Tatew. Zwar wird sie ├╝berspannt von der l├Ąngsten Freiseilbahn der Welt, aber das Vergn├╝gen n├╝tzt mir nichts. Kehre f├╝r Kehre komme ich dem Grund der Schlucht n├Ąher, in dem sich auch die Teufelsbr├╝cke befindet. Sie ist eine nat├╝rliche Br├╝cke, unter der sich der Fluss Bazarcay mit seinem kristallblauen Wasser seinen Weg bahnt. Auf der anderen Seite geht es nicht minder steil wieder nach oben, bis ich am Ende das Kloster Tatew erreiche.

Ich g├Ânne mir eine kleine Pause und genie├če die Aussicht. Gute Entscheidung, denn die restlichen Kilometer bis nach Kapan sind recht anstrengend. Die Stra├če ist eigentlich nur eine kleinere Nebenstrecke und dem Verkehr ÔÇô insbesondere dem Lkw-Verkehr ÔÇô gar nicht gewachsen. Jedoch ist sie auch die einzige Verbindungsstra├če zwischen Nord und S├╝d, da die gro├če ├Âstliche Stra├če von russischen Soldaten kontrolliert wird und nicht jeder passieren darf. Alles Kriegsfolgen von 2020.

Hinter Kapan geht es noch einmal hinauf in die Berge, es wird sogar richtig frisch, dann folgt eine lange entspannte Abfahrt bis ans Ziel nach Meghri. Die ziemlich steile Anfahrt zum Guest House ist noch das i-T├╝pfelchen, ich parke etwas unteralb, die Off-road Zufahrt ist nicht schaffbar, wer sich hier lang macht, rutsch zur├╝ck bis auf Los.

Ich bin am entferntesten Punkt meiner Reise angekommen, das Guesthouse ÔÇ×Khachats Toun HeritageÔÇť ist ein historisches Kleinod. Direkt an der Kirche in Pokr Tag, dem alten Teil Meghris gelegen, gibt es hier u.a. noch einen Erdofen zu besichtigen und wer Gl├╝ck hat, kann diesen auch noch in Aktion erleben auf einer der vielen kulturellen und traditionellen Veranstaltungen.

Dieser Tage ist nichts Besonderes los, was Shahane ÔÇô der Besitzerin ÔÇô und mir viel Zeit gibt zu quatschen. Ich lerne ├╝ber die Geschichte Meghris, die allt├Ąglichen Besonderheiten der immer noch unruhigen politischen Lage. Dabei genie├če ich einen starken armenischen Kaffee und die wundersch├Âne Aussicht von hier oben auf die gr├╝ne, oasenhafte Stadt in den Bergen. Zwei Tage Pause in herrlicher Umgebung.

20./21. Juli 2022 ÔÇô Meghri

Wie gesagt, ich brauche eine Pause. Ausschlafen, nichts tun und in der Sonne sitzen, schreiben, waschen, lecker essen und quatschen. Nun ist es leider so, dass ich das Granatapfeltal in Nrnadzor nicht besuchen darf, da die Region von den Russen gesperrt wird. Zuviel Menschen haben dort unter dem Vorwand kultureller Reportage gefilmt und dann politische Propaganda aus dem Material gemacht. In Nrnadzor gibt es die angeblich besten Granat├Ąpfel der Welt und viele andere Fr├╝chte von au├čergew├Âhnlicher Qualit├Ąt. Das sch├Âne Tal ist eine Sackgasse und liegt nur wenige Kilometer von der Grenze zu Aserbaidschan entfernt und da der j├╝ngste Krieg von 2020 noch immer unverheilte Wunden hat, sind auch die territorialen Begehrlichkeiten in den Grenzregionen noch nicht verschwunden und die Akzeptanz des vereinbarten Friedens noch nicht in allen K├Âpfen etabliert. Tja, nach der verhinderten Einreise in den Iran die zweite Entt├Ąuschung. Bleibt noch die wundersch├Âne armenische Kirche Meghru Vank oberhalb von Khachats Toun, ich bin begeistert von den Fresken und nehme mir die Zeit, eine Weile dort zu sitzen und die Stille zu genie├čen.

Abgesehen davon, dass Meghri ohnehin nicht mit Touristenstr├Âmen gesegnet ist, kommen nicht viele Menschen hier herauf. Die N├Ąchte sind warm, am besten schlafe ich in den Morgenstunden, alles in allem zwei wunderbare Tage hier am Aras.

22. Juli 2022 ÔÇô Das Kloster von Noravank und ein Grundsatzgespr├Ąch

Bevor ich Meghri verlasse und mich wieder in Richtung Norden aufmache, drehe ich noch eine Runde an der iranischen Grenze. Hohe Wacht├╝rme sind weithin sichtbar, Milit├Ąrpr├Ąsenz und nach wenigen Kilometern an jeder Stra├če Schlagb├Ąume. Au├čer zum armenisch-iranischen Grenz├╝bergang kommt man hier ├╝berhaupt nirgendwohin. Stacheldraht, Elektroz├Ąune und Hunde sichern das Ufer des Aras bereits auf armenischer Seite. Mir erscheint das alles absurd, wenn ich die Menschen betrachte, die hier leben. Was macht das mit ihnen, die Pr├Ąsenz dieser martialischen Machtabgrenzung t├Ąglich zu sp├╝ren. Auch wenn es einfach ist als Armenier bzw. Iraner zum Shoppen ÔÇ×mal r├╝berzufahrenÔÇť.

Schweren Herzens mache ich noch ein Erinnerungsfoto und drehe um Richtung Yerevan, das Ziel f├╝r heute oder morgen. Je nachdem, wie weit ich komme. Es geht die gleiche Strecke zur├╝ck, die ich gekommen bin, die einzige Alternative von Kapan nach Goris ist ebenfalls von den Russen gesperrt, aus den gleichen Gr├╝nden wie oben bereits beschriebenen. Subjektiv geht es viel schneller zur├╝ck als die Herfahrt dauerte, dennoch ist Yerevan in einer Tagesetappe nicht zu erreichen. Am sp├Ąten Nachmittag mache ich in Areni Zwischenstopp und besichtige bei Abendsonne noch das Kloster Noravank in den Bergen. Was f├╝r ein exponierter Ort f├╝r diese kleine Kirche. Ich kann es immer noch nicht ganz nachvollziehen, was Menschen bewegt, derartige M├╝hen auf sich zu nehmen, an solch kaum zug├Ąnglichen Orten Kirchen und Kl├Âster zu bauen.

Eine ganze Weile verbringe ich in Noravank, bevor ich in Areni ein kleines Weingut entdecke, das auch Zimmer vermietet. Das Abendbrot besorge ich mir im Supermarkt, denn ich bin der einzige Gast und ich habe es abgelehnt, dass nur f├╝r mich die ganze K├╝che angeschmissen wird. Stattdessen serviert mir der Junior mehrere seiner Hausweine zum Probieren. Der Wei├če gef├Ąllt mir sehr gut und begleitet mit ein paar Gl├Ąschen mein einfaches Abendessen. Es schlie├čt sich ein spontanes Gespr├Ąch mit dem alten Herrn an, er spricht gut Englisch und wir reden ├╝ber die Geschichte und den politischen Alltag seit dem Zerfall der Sowjetunion. Zur Ukraine sind wir uns einig und ├╝berhaupt, das ganze Unheil liegt in der Vermischung von Kultur, Religion und politischen Interessen und dem damit verbundenen Missbrauch im Dienste des Machtgewinns und der Manipulation der Massen. Das sehr bewegende Gespr├Ąch endet mit beidseitiger Sprachlosigkeit und einvernehmlichem Kopfsch├╝tteln. F├╝r mich ein weiterer Beweis unter hunderten f├╝r meine These, dass die Menschen dieser Welt in ihren ganz pers├Ânlichen Werten und Bed├╝rfnissen ├╝berhaupt nicht weit voneinander entfernt sind und dass weder der ethnische, noch der religi├Âse Hintergrund dabei eine fundamentale Rolle spielen. Was f├╝r ein anregender Abend. Gute Nacht.

23. Juli 2022 ÔÇô Yerevan h├Ątte ich mir sparen sollen...

Der Tag beginnt mit einem grandiosen Fr├╝hst├╝ck und der Besichtigung des ├Ąltesten Weinkellers der Welt. Oder besser, der ├Ąltesten Weinh├Âhle der Welt. Hier in Areni hat man nachweislich die ├Ąltesten Funde der Winzerei entdeckt. Damals vergor man Trauben in Tongef├Ą├čen in der Erde. Diese Zubereitung stand im engen Zusammenhang mit Begr├Ąbnisritualen, da sind sich die Arch├Ąologen einig. Datieren konnten die Wissenschaftler diese kleine H├Âhlenansiedlung auf 4000-3800 v.Chr., also etwa 6000 Jahre alt. Unglaublich!

Und dann gehtÔÇÖs auf nach Yerevan. Unmittelbar am letzten Zipfel der iranischen Grenze, dann an der geschlossenen Grenze der T├╝rkei entlang Richtung der Hauptstadt von Armenien. Lange Zeit begleitet mich auf der linken Seite der gigantische Berg Ararat, er steht in der T├╝rkei. Nach den biblischen ├ťberlieferungen soll einst Noah mit seiner Arche hier gestrandet sein, das war ganz bestimmt so, betrachtet man nur diesen Riesen von Berg mit ├╝ber 5100 Metern und dem immer schneebedeckten Gipfel. Ein bleibender Eindruck!

Da es heute nicht so weit ist zum Ziel, habe ich noch einen Abstecher nach Garni eingebaut, zur ÔÇ×Symphony of StonesÔÇť. Riesige Basaltschichten sind vom Azat in Jahrtausenden freigelegt worden. Die perfekt penta- und hexagonal kristallisierten S├Ąulen entstanden aus der Lava des Ararat. Ein Spaziergang am Fu├če der bis zu f├╝nfzig Metern aufragenden Formationen ist ein echtes Erlebnis und f├╝hrt einem das Potential eines gro├čen Vulkans sehr deutlich vor Augen. Oder man heiratet einfach mal wieder darunter ÔÇô zumindest f├╝rÔÇÖs Familienalbum.

Und dann kommt Yerevan. Irgendwie l├Ąuft es nicht rund. Es beginnt mit ein paar Rotzl├Âffeln, die kurz vor Yerevan mit drei Eimern Wasser am Stra├čenrand lauern und sie mir bei voller Fahrt entgegensch├╝tten. Hatte ich auch noch nicht! 25 Liter Wasser frontal bei 80 Sachen aus der Deckung, das knallt ganz sch├Ân! Kurz umgedreht die Dorfstra├če rein und die Br├╝der in Abwesenheit zusammengeschissen, so dass es alle mitbekommen. Die Feldarbeit wurde kurz eingestellt und eine Frau schien den Sachverhalt verstanden zu haben und entschuldigt sich stellvertretend. Ja, schon gut! Zur Strafe f├╝r die T├Ąter gibtÔÇÖs hoffentlich drei Wochen einh├Ąndiges Ziegenmelken oder irgendetwas in der Art...

Aber nicht genug, es geht weiter mit der Betankung meines Motorrades am Stadtrand von Yerevan. Die Tankprofis ├╝bernehmen das. Abgesehen davon, dass ich nicht wissen m├Âchte, was Bienchen so alles verbrennen muss, ist die Technik hier nicht die modernste und das Personal eher wichtigtuerisch als kompetent. Und so ├╝berf├╝llt der Vollpfosten von Tankwart meinen Tank, weil er mit Quatschen besch├Ąftigt ist und die demontierte Abschaltautomatik an der Pistole nicht im Griff hat. Es sprudelt und schie├čt pl├Âtzlich eine Font├Ąne von mehreren Litern Benzin aus meinem Tank ├╝ber das ganze Moped und auf die gl├╝hend hei├če Maschine. Es zischt und stinkt bei├čend nach Benzin und mein einziger Gedanke ist: ÔÇ×250 bis 500┬░C!ÔÇť Das ist der Z├╝ndpunkt f├╝r Benzin und das haben die Kr├╝mmer nach 200 km allemal. Die Katastrophe kann sich jeder ausmalen, sie ist Gott sei Dank nicht eingetreten. Der Tankwart schlurft los, um Wasser zu holen und der Tankstellenchef bedr├Ąngt mich, schnell meine Maschine wegzufahren, da eine Russenlimousine hinter mir wartet betankt zu werden. Ich bin stocksauer und falte den Kollegen auf Deutsch zusammen. Habe ich ja heute schon ge├╝bt. Die Russenkiste habe ich weggestikuliert, der tankt heute woanders und mein Moped wird jetzt erst einmal von den Burschen saubergeduscht. Dass der Tankstellenkasper nach dem Bezahlen ├╝berhaupt ein knirschendes ÔÇ×SorryÔÇť ├╝ber die Lippen bringt, erstaunt mich. Nat├╝rlich habe ich den verspritzten Liter Benzin auf der Tankuhr mitgezahlt. Egal, ich bin heilfroh, dass Bienchen nicht abgefackelt ist und mache, dass ich wegkomme. Dann f├Ąhrt mich fast eine Oma aus der Seitenstra├če ├╝ber ÔÇśn Haufen, ein St├╝ck weiter legt ein Depp von Taxifahrer entgegen alle Gepflogenheiten schon bei Gelb eine Vollbremsung hin. Ich komme so gerade noch drum rum und der restliche Verkehr f├Ąhrt dann noch ein Bisschen bei Rot an dem wartenden Taxi vorbei. Au Weia!

Jetzt Hotel. Auch das ist nicht so einfach zu finden, denn Hinterh├Âfe sind hier als Stra├čen auf Stadtpl├Ąnen eingezeichnet, da muss man erst einmal drauf kommen. Ich klingle, ├Ąltere Frau ├Âffnet, versteht aber gar nichts, auch keine simple Gestik. Sie holt ├Ąlteren Mann, der versteht ein paar Worte, kann aber meine Zeichensprache deuten und er kann mit einem Smartphone umgehen. So gibt er meinen Wunsch fernm├╝ndlich an eine dritte Person weiter. Dieser lautet: Eine Person, eine Nacht, wie teuer? Am Ende des langen Telefonats h├Ąngt er ein und es kommt kein erwartetes Ja oder Nein, sondern eine qu├Ąlend m├╝hsame Antwort, es t├Ąte ihm leid, aber es sei alles voll. Der Laden war wie ausgestorben und die T├╝ren der leeren Zimmer standen offen. Die haben keinen Bock f├╝r eine Nacht zu vermieten. Sollen sie doch gleich sagen... Geht schneller.

Im Hostel gegen├╝ber ist es auch nicht einfacher, die schrecklichen Details erspare ich Euch. Ich bekomme ein Zimmer, aber alles ist furchtbar kompliziert. Der Hauslakai klopft sogar an meine T├╝r als ich die Sachen gerade raufgeschleppt habe und m├Âchte sofort bezahlt werden, er kann aber nicht wechseln. Ich solle doch Kleingeld besorgen. Ich habe ihn auf Deutsch gefragt, ob er noch ganz bei Trost ist, bei 39ÔéČ auf F├╝nfzig rauszugeben sei ja nun nicht unverh├Ąltnism├Ą├čig. Und pl├Âtzlich gehtÔÇÖs. Parken darf ich vor der Garage. Ich darf es vorwegnehmen, es funktioniert aber nicht, weil abends n├Ąmlich die aufgespritzte Tussi von Chefin mit ihrem zerschrammten wei├čen China-SUV auftaucht und vor ihrer Garage parken will. Die Riesenkarre kriegt sie aber nicht gerade eingeparkt und steht halb auf der Stra├če. Beim R├╝ckw├Ąrtsfahren in der Fahrschule war sie vermutlich krank oder gerade bei der Botox-Behandlung. Unfassbar!

Zur Ablenkung jetzt ein kleiner Stadtrundgang, ich bin gespannt. (Eine Stunde vorspulen): Die Stadt hat ├Ąu├čerlich nix zu bieten, Gott ist das schrecklich. Der prominente Platz der Republik ist etwa ein Hektar Asphalt mit Betonumrahmung, der Wasserdruck in den Pools reicht nur f├╝r einen von drei Springbrunnen und irgendwie k├Ânnte hier alles mal feucht durchgewischt werden. Der viel umschw├Ąrmte Cascade Complex ist uncharmant, mir erschlie├čt sich das architektonische Konzept nicht, das ist irgendwie alles sozialistisches Klotzwerk. Alles ist dunkelgrau und schwarz und verdreckt und verru├čt (verrusst w├Ąre auch nicht falsch, aber das ist ein anderes Thema).

Dennoch, ein echtes Highlight habe ich gefunden. Es gibt sehr viele kreative Bars, Pubs und Musikkneipen. Auch die Restaurants sind sehr einladend, leider konnte ich nur eins ausprobieren, aber das war richtig toll. Bei den Bars hatte ich mehrere M├Âglichkeiten, da ist es fast schon schade, dass ich nicht l├Ąnger hier bin.

Mein liebes Yerevan, Du hast noch gro├če Aufgaben vor Dir. Viel Erfolg!

24. Juli 2022 ÔÇô Ade Armenien und noch einmal kurz Georgien

Fr├╝h raus und als h├Ątte es gestern noch nicht gereicht haben sie mir ├╝ber Nacht die Fernsteuerung f├╝r meine Helmkamera vom Moped geklaut. Saubande! Es ist Sonntagfr├╝h und scheinbar Stra├čenreinigungstag. Tankz├╝ge mit Wasserwerfern fahren die gro├čen Stra├čen entlang und bespritzen alles mit meterhohen Font├Ąnen von Wasser. Als Mopedfahrer unm├Âglich zu ├╝berholen, ich w├Ąre in Sekunden klatschnass. Noch gef├Ąhrlicher ist aber dieses schmierige Dreck-Wassergemisch auf der Fahrbahn. Mein hinteres ABS reagiert bei einer Bremsung vor einer roten Ampel sofort, ich w├Ąhle trockene Nebenstra├čen, was f├╝r eine Sauerei und sauber wirdÔÇÖs davon auch nicht in der Stadt.

So, das warÔÇÖs mit Pechstr├Ąhne, jetzt wirdÔÇÖs wieder sch├Ân. Angenehme Temperaturen und die Stra├čen nach Georgien sind gut befahrbar. Die Grenzzeremonie ist kurz, die Beamten sind sehr freundlich und nach 25 Minuten bin ich in Georgien auf dem Weg nach Wardsia. Es ist genug Zeit f├╝r einen Besuch des pr├Ąchtigen Tals und der H├Âhlen und eine nette Unterkunft finde ich auch. Abendbrot gibtÔÇÖs an der gro├čen Tafel. Drei Niederl├Ąndische Rentner unterwegs mit den ├ľffentlichen (Respekt!), eine zur├╝ckhaltende Russenfamilie und ich. Lecker ist es, bis auf den Wein und den Chacha (traditioneller Tresterbrand), den h├Ątte ich im organisch-chemischen Praktikum sauberer fraktioniert bekommen! Ich entsorge die Getr├Ąnke unauff├Ąllig und simuliere den Konsum selbiger (sieben Jahre Schauspielerfahrung!). Aceton und kurzkettige Ester, nein danke! Davon abgesehen saufen die hier eindeutig viel zu viel. Die Trinkrituale sind derma├čen institutionalisiert, wie ich es noch nirgendwo anders erlebt habe. Jeder banale Anlass ist gerade recht und wird pathetisch zum tempor├Ąren Sinn des Lebens avanciert und dann hoch die Tassen. Immer ein ganzes Glas, immer auf ex, sonst erz├╝rnen die G├Âtter der Leberzirrhose. Nach dem f├╝nften Becher beginnt dann jeder Satz mit ÔÇ×My friend...ÔÇť, die Glaubw├╝rdigkeit stelle ich mal in Frage, denn schon am n├Ąchsten Morgen beim Bezahlen beginnt dann wieder dieses ewige Gerangel um das Missverst├Ąndnis zwischen fifteen und fifty. Ich muss mir endlich angew├Âhnen, nach der ersten Preisverhandlung sofort zu bezahlen, allerdings werden dann gerne mal die Leistungen reduziert. Wie manÔÇÖs macht, kann es verkehrt sein. Gl├╝cklicherweise sind nicht alle Gastgeber so hinterlistig, die meisten sind fair.

Die anschlie├čende stille Nacht ist k├╝hl und stockduster in den Bergen, eine Wohltat.

Weiter zur Etappe Nordt├╝rkei.  Ô×í´ŞĆ